aerial view auf el nido town mit taraw peak

Kann man überhaupt noch nach El Nido reisen?

Oh, du schönes Palawan! Nicht ohne Grund wird von der schönsten Insel der Welt gesprochen. Das hat Palawan schon oftmals unter Beweis gestellt und ist seit einigen Jahren in der Liste der Top 10 der „Best Islands in the World“ gelistet.

Aber wenn von El Nido die Rede ist, dann möchte ich einmal meine persönlichen Erfahrungen und Meinung mit euch teilen. Denn, El Nido ist der bekannteste Ort auf Palawan und auch der wohl am meist bestrittene Ort unter den „Philippinen-Experten“. Immer wieder werden die gleichen Fragen gestellt wie, „Kann man überhaupt noch nach El Nido reisen?“

Oftmals wird El Nido mit Massentourismus verbunden. Aber wie ist es wirklich dort? Lohnt sich eine Reise nach El Nido oder sollte man es meiden? Eine pauschale Antwort ist natürlich nicht leicht gegeben. Bevor ich meine persönlichen Erfahrungen aus November 2018 mit euch teile, ein paar Informationen zum Thema Massentourismus und der touristischen Entwicklung von El Nido vorab.

Massentourismus auf den Philippinen?

Jährlich reisen etwas mehr als 7 Millionen Menschen auf die Philippinen. Davon knapp 600.000 nach El Nido. Könnt ihr euch vorstellen, wie viele Touristen jährlich z.B nach Thailand fahren? Es sind sage und schreibe 38 Millionen – achtunddreißig Millionen!

Ich möchte keinesfalls Thailand oder andere Länder in Asien in diesem Artikel „schlecht dastehen“ lassen. Vielmehr möchte ich mit diesem Vergleich zeigen, dass die Philippinen nur anhand der Einreisezahlen nicht mit den anderen Ländern vergleichbar sind und der Begriff Massentourismus vorsichtig verwendet werden sollte. Ja, ich würde sogar sagen, dass die Philippinen unterentwickelt sind im Gegensatz zu anderen beliebten Touristenzielen in Asien.

Und wieso wird dann El Nido mit Massentourismus verbunden?

Für mich eine klare Antwort: Die Philippinen haben extreme regionale Unterschiede und die von Touristen besuchten Orte bündeln sich meist auf eine Handvoll sehr bekannte Inseln/Orte. Daher herrscht an diesen “gehypten” Orten so viel mehr Tourismus. So wie in El Nido.

Einst ein kleines Fischerdorf, gibt es heutzutage zahlreiche Unterkünfte, Bars, Restaurants und Souvenirläden in El Nido. Der kleine Ort ist einer der meistbesuchten Orte auf den Philippinen und zu den täglichen Island-hopping Touren brechen am Morgen ein Dutzend Boote auf. Heißt, im Vergleich zu anderen Orten auf den Philippinen zieht El Nido durchaus mehr Touristen an, was auch den Begriff des Massentourismus beschreibt.

Es wird natürlich versucht auf diesen Ansturm von Touristen zu reagieren, die Infrastruktur auszubauen, Restaurants und Unterkünfte an „unseren Standard“ anzupassen und allen Touristen die unbeschreibliche Natur im Bacuit Archipel zu zeigen. Was beachtet werden muss, ist, dass auf die rasch steigenden Touristenzahlen versucht wird zu reagieren. Nur dauerst das eben in einem Entwicklungsland länger.

Meine Eindrücke von El Nido

Als ich im November 2018 (vor Beginn der Hochsaison) El Nido besuchte, war mir klar, dass ich die „Secret Lagoon“ nicht für mich alleine hatte. Aber ich war darauf eingestellt. Also macht euch bewusste: El Nido ist kein Geheimtipp mehr und beim Island hopping seit ihr nicht allein. Wenn ihr das berücksichtigt, dann werdet ihr auch nicht enttäuscht sein.

Natürlich wollte ich unbedingt eine Island hopping Tour machen. Die vier verschieden Touren sind ja quasi das Aushängeschild von El Nido. Morgens am Strand von El Nido merkt man dann erstmal wie viele Touristen es doch sind. Der Strand war voll. Mindestens 10 Anbieter sammelten ihre heutigen Gäste zusammen. Dann aber auf dem Boot, war es gar nicht mehr so schlimm. Wir waren 15 Personen. Im Laufe des Tages wurden wir zu einer richtig tollen Gemeinschaft und hatten sehr viel Spaß zusammen. Natürlich ist man nicht alleine bei den Inseln und Lagunen. Meistens sprechen sich die Tourenanbieter aber ab, sodass nicht alle Boote gleichzeitig am gleichen Spot sind. Ich empfand es nicht als so voll, wie andere es beschreiben. Natürlich hängt das aber auch immer von der jeweiligen Saison ab. Wer zwischen Mitte Dezember bis Anfang März reist, der wird mehr Touristen antreffen als ich.

Zwei Tage später habe ich mit anderen Bekannten aus meinem Hostel eine private Bootstour gemacht. Und ich kann euch sagen: Das war noch viel schöner! Wir waren eine Gruppe von 6 Personen und haben im Endeffekt den gleichen Preis (nur ohne Mittagessen) gezahlt. Wir haben dem Bootsmann gar keine spezielle Route genannt und er zeigt uns die schönsten Lagunen, Höhlen und Strände. Natürlich abseits der anderen Touren. Somit waren wir wirklich für uns alleine.

Insgesamt verbrachte ich eine Woche in El Nido. Weitere Ausflugsziele waren der Nacpan Beach, Duli Beach, Las Cabanas Beach und Corong-Corong Beach. Ich wollte unbedingt den Taraw Peak erklimmen, leider war mir das aufgrund eines angestauchten Zehs nicht möglich.

Ich hatte wirklich eine tolle Zeit in El Nido. Abgesehen von den unglaublich schönen Inseln, Stränden und Lagunen, gibt es tolle Bars mit Reagge Musik am Strand. Das runde Paket an privaten und “öffentlichen Touren”, Erkunden der anderen Strände und das Nightlife haben meinen Aufenthalt in El Nido perfekt gemacht.

Anbei ein paar meiner privaten Bilder. Achtet mal auf den Hintergrund der Bilder. Manchmal mit; manchmal ohne andere Personen.

El Nido, ja oder nein?

Ich persönlich würde kurz vor oder kurz nach der Hochsaison wieder hin, denn ich weiß, was mich erwartet. Und schließlich habe ich nicht alle Island hopping Touren geschafft und der Taraw Peak wartet noch auf mich!

Ob Du nach El Nido solltest?

→ Mache Dir bewusst, dass El Nido kein Geheimtipp ist und viele Touristen anzieht

→ Viele Boote starten am Morgen von El Nido zu den Touren. Alleine wirst Du nicht sein. Wenn Du nicht gerade in der absoluten Hochsaison in El Nido bist, ist es aber auszuhalten. Alternativ buche eine private Island hopping Tour!

→ Der Strand in El Nido Town lädt keinesfalls zum Schwimmen ein. Zu viele Boote und nicht wirklich sauber.

→ Möchtest Du El Nido besuchen aber in einem ruhigeren Ort mit tollem Strand bleiben, dann schau mal nach Unterkünften am Nacpan Beach oder Las Cabanas Beach.

Eine Alternative zu El Nido ist Port Barton. ( Blogpost zu Port Barton kommt bald online!) Das kleine „Hippidorf“ blüht gerade auf. Dort war ich auch und es hat mir noch viel besser als El Nido gefallen. Es ist sehr ruhig dort, der Tourismus wächst so langsam, aber es ist keinesfalls mit El Nido zu vergleichen. Das WLAN noch schlechter, oftmals kein Strom oder warme Duschen. Die Einfachheit ist aber das, was Port Barton ausmacht und mir nach dem Getummel in El Nido sehr gefallen hat.

Abschließend lässt sich sagen:

Besuche El Nido nur, wenn Du damit klar kommst, Lagunen/Strände etc. mit anderen Touristen zu teilen. Wenn Du ein paar mehr Tage dort einplanst, dann überlege ob Du 2 Nächste am Nacpan Beach bleibst. Willst Du etwas Ruhe und Entschleunigung, dann unbedingt nach Port Barton!

Ich hoffe, ich konnte Dir einen guten Einblick über El Nido verschaffen und Du kannst für Dich entscheiden, ob Du eine der meistbesuchten Orte besuchen möchtest oder nicht.

Wart Ihr schon in El Nido? Ich freue mich auf Eure Kommentare und Erfahrungen.

 

Alles Liebe,
Eure Nathalie

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